Volleyball
Übungsleiter Breitensport Volleyball
31.10.08 – 02.11.08, Sportzentrum Oberhaching
Referent: Horst Peter, Zusammenfassung: Tobias Reiter
Aufwärmen
Koordinatives Kräftigen:
- Auf den Rücken, Kopf leicht anheben, abwechselnd ein Bein anheben
- Auf den Bauch, Beine und Arme anheben, Beine wippen, Arme Kreisen (und umgekehrt J)
- Übungen auch mal mit Ball kombinieren (z.B. vom Liegestütz in die Seitenlage, ein Bein und ein Arm nach oben und einen zugeworfenen Ball lobben)
Linienläufe:
- Von der Grundlinie bis zum Netz vorwärts laufen, Rückwärts wieder zurück (normal laufen, ca. 60-70% Power)
- 4 Schritte vor, 3 zurück
- Laufen mit einem Fuß vorne (Fuß abwechseln, dabei Körper mitdrehen, Arme mitwippen)
- Zwei Sidesteps in jede Richtung
- Hüpfend, dabei ist ein Fuß immer leicht vorne (Fuß abwechseln, dabei Körper mitdrehen)
- In einem selbst ausgedachten Rhythmus hüpfen (z.B. zweimal auf der Stelle und beim dritten etwas nach vorne)
- Japanlauf (6-9-3-6-3-9 Meter) dabei bei jeder Linie den Boden berühren mit beiden Händen (Variation: einen Ball mitnehmen und bei einer Linie ablegen und beim vorbeikommen wieder aufnehmen)
Wurfspiele:
- mit einem Ball (direkter Pass, mal höher, mal tiefer, Bodenpraller, darauf Achten dass die zweite Person ohne Aktion in Bewegung bleibt)
- mit zwei Bällen (abstimmen mit dem Partner, Augenkontakt, damit sich die Bälle im Flug nicht treffen)
Einspielen
- Oberes Zuspiel mit zweitem Ball (wenn der Partner das Zuspiel macht wird der Ball mit dem Fuß zu ihm gepasst, vereinfachte Variante: mit Zwischenspiel das akustisch Begleitet wird: „eins, zwei“, beim „zwei“ wird der Ball mit dem Fuß gepasst und sich dann erst auf den kommenden Ball vom Partner konzentriert)
- Zweiten Ball mit einer Hand hochwerfen, einen Ball vom Partner im oberen Zuspiel zurückspielen, eigenen Ball wieder mit einer Hand fangen
- Mit zwei Bällen unteres Zuspiel trainieren (Ballmaschine, die beiden Bälle sind wie beim jonglieren immer in Bewegung)
- Einer der beiden klemmt sich einen Ball zwischen die Beine und der Partner vollführt wechselhaftes Zuspiel Oben/Unten (es muss hier genau gespielt werden da sich der Partner nicht bewegen kann)
- Selbe Übung wie oben nur das der zweite Ball einmal um den Körper geführt wird (oder auf den Boden gelegt wird)
Technik
Oberes Zuspiel:
- Vor einem Ball hinknien, Hand mit gespreizten Fingern auf den Ball legen und vor die Stirn führen, Handgelenk nach hinten klappen (linker Daumen muss zu rechtem Auge zeigen und umgekehrt, Ellenbogen nicht zu weit auseinander oder zusammen)
- Arme müssen gerade, ganz nach oben geführt werden, da aus dieser Bewegung die Kraft für das Zuspiel kommt (nicht überkreuzen nachdem der Ball die Hände verlassen hat oder die Hände nach außen wegspreizen)
- Beim Zuspiel selbst muss der Kopf vorne bleiben und darf nicht zu sehr nach oben geneigt werden (Blickrichtung gerade aus)
Unteres Zuspiel:
- Spielbrett definieren, Hände ineinander, Arme gerade (bilden eine möglichst große Fläche)
- Übung mit einer Bank vormachen damit das „Aufstehen“ beim unteren Zuspiel einstudiert wird
- Ball in einer natürlichen Bewegung mit den Armen und dem ganzen Körper nachgehen, nicht nach hinten „wegzucken“ oder mit den Armen abrupt abstoppen (auch der Kopf darf nicht noch hinten klappen)
- auch selber gegen eine Wand spielen ist eine gute Übung zu Anfang (die Wand macht als Partner keine Fehler)
Aufschlag von oben
- Hand zum Ohr führen und Klappbewegung beachten
- nicht zu hoch anwerfen
- gerade anwerfen
- Aufschlagseite auch mal wechseln (ganz nach links)
Angriffsschlag erlernen:
- Auf sehr niedrigen Netz den Ball selber mit beiden Händen anwerfen und schlagen (richtige Entfernung zum Netz finden, rechten Arm durchschwingen, nicht abstoppen)
- Anlauf zum Netz ohne springen (Rhythmus reinbringen, Am-ster-dam, Schrittfolge evtl mit Tape auf den Boden kleben)
- Schrittfolge mit Sprung nach oben (darauf achten das beide Hände mit nach oben genommen werden, noch oben springen nicht nach vorne, Schrittstellung! Linker Fuß etwas weiter vorne, natürliche Beinstellung, nicht zu weit auseinander oder zusammen)
- Diesen Bewegungsablauf mit einem kleinen Ball auf normaler (evtl. leicht niedrigerer) Netzhöhe üben (den kleinen Ball über das Netz werfen, Handgelenk nach unten klappen, nicht gegen die Wand werfen)
- Schlagen eines ruhenden Balls (sonst gilt das gleiche wie bei 3.)
- Schlagen eines vom Trainer geworfenen Balls (loslaufen wenn der Trainer anwirft, sonst gilt das gleiche wie bei 3.)
- Schlagen eines zugespielten Balls (auf genauen Pass zum Zuspieler achten, siehe 3.)Bei Anfängern sollte der Angriffsschlag von der 3 zuerst geschult werden da hier der Ball immer einigermaßen gleich kommt. Von der 4 ist’s schwieriger da der Ball mal kürzer mal länger kommt.
Aufwärmen für den Angriffsschlag:
- Parallel zum Netz, beidhändig anwerfen, mal kurz mal lang schlagen (darauf achten das der Ballwurf nicht zu hoch ist, über dem Kopf schlagen, linken Arm anziehen, rechten Arm durchschwingen, linken Fuß vor den rechten)
- Gleiche Übung wie oben nur zwei, drei mal trocken hochwerfen und fangen (beide Hände) und auch mal mit links schlagen
Koordinationsübungen mit Medizinbällen
- 2 Spieler, Medizinball und Volleyball gleichzeitig zum Partner werfen und dabei den Volleyball über den Medizinball werfen (dabei auch einmal die Länge variieren), beide Bälle fangen
- fast wie die Übung von oben nur das der Volleyball selber hochgeworfen und zum Partner im unteren Zuspiel gespielt wird
- auf den Medizinball stellen und oberes/unteres Zuspiel mit dem Partner üben (wenn das Gleichgewicht nicht gehalten werden kann, dann auf zwei Bälle stellen, oder vielleicht auch mal auf zwei unterschiedliche 2kg/3kg Bälle stellen)
- Medizinball in die Mitte zwischen zwei Spieler legen und versuchen ihn mit dem Volleyball per Angriffsschlag in Richtung des Partners zu schieben
Spielformen
Alternative Spielregeln bei 6 gegen 6:
- doppelter Aufschlag (jeder hat 2 Aufschläge, danach wechselt der Aufschlag egal wie diese beiden Punkte ausgehen)
- Jugend: nicht mehr als 2 Aufschläge von gleichem Spieler –> Rotation (damit ein Spielfluß entstehen kann und nicht ein guter Aufschläger alleine das Spiel macht)
Aufschlag-Annahme-Spiel:
2 Teams mit jeweils 2 Gruppen (3 Aufschläger und 3 Annahmespieler)- Es beginnt Team A mit den Aufschlägen, jeweils von einem Aufschläger ein Ball
- Team B versucht diese 3 Bälle zum Steller anzunehmen (eine gute Annahme bei der sich der Steller kaum bewegt gibt 2 Punkte, einen Ball den der Steller zumindest noch fangen kann gibt einen Punkt, sonst gibt’s keinen Punkt)
- Sollte ein Aufschlag ins Netz oder Aus gehen hat der Spieler einen zweiten Aufschlag, wenn aber auch der nicht ins Feld kommt, bekommt die eigene Mannschaft einen Punkt abgezogen (Risiko einschätzen beim Aufschlag, „Kalkuliertes Risiko“)
- Nachdem die 3 Aufschläge durch sind macht Team B ihre 3 Aufschläge
- Wer zuerst 15Punkte hat gewinnt
- Danach wechseln Aufschläger und Annahmespieler die Rollen und das Spiel wird noch einmal durchgemacht
Abwehrspiele:
- Ein Werfer und die Annahmespieler stellen sich in einer Reihe gegenüber, der Werfer verteilt den Ball vom Annahmespieler entweder weit nach links oder rechts (so das der Annahmespieler in im Laufen gerade noch erreichen kann), darauf achten das der Ball auch wirklich im laufen gespielt wird (Hilfstechniken beim unteren Zuspiel nutzen, Spielbrett zu Seite kippen)

- 4 Spieler (1 Werfer/Angreifer, 3 Abwehrspieler), Ball wird irgendwie auf einen der 3 Abwehrspieler geworfen/geschlagen, Ball muss zurück zum Werfer, die beiden Spieler die den Ball nicht bekommen müssen das früh feststellen und sich dem 3 Spieler zuwenden um evtl. bei einem schlechten Ball helfen zu können

- 8 Leute (4 Angriffsschlag, 4 Annahme)
–> erst lange Wege, der Ball wird zum selben Partner zurückgespielt (es schlagen gleichzeitig Nr. 4 und 2, danach kurz zeitversetzt Nr. 3 und 1)
–> dann verkürzter Weg, es wird zum gegenüberliegenden Partner zurückgespielt(es schlagen gleichzeitig Nr. 4 und 1, danach kurz zeitversetzt Nr. 3 und 2)

Tipps & Tricks für den Trainer
Spielnah trainieren:
- Einspielen senkrecht zum Netz
- Beim einspielen schlägt immer nur die Person am Netz auf die auf der Grundlinie. Danach kann die Position gewechselt werden (Im Spiel kommt der Ball schließlich auch vom Gegner und muss Richtung Netz gespielt werden).
- Im Training immer mit Netzantennen spielen (damit kann man auch Spielbereiche definieren, z.B. 1Meter Raum markieren für den Außenangreifer)
- Trainingsspiele immer mit Anzeigentafel (um ein Gefühl für den Ablauf zu bekommen)
- Anfänger sollten immer von der Mitte aus aufschlagen (da sie noch eine hohe Streuung der Richtung haben)
Taktik am Spieltag:
- Wenn der Gegner nur im alten Aufschlagraum aufschlägt selber nur von links aufschlagen (denn der Gegner wird dann wohl nur Bälle von rechts gewohnt sein)
- Sollte der Läufer mal einen Dankeball direkt annehmen müssen, wird sofort weiter auf die 4 gespielt und der zweite Ball angegriffen (Vorteil: Der Gegner ist wahrscheinlich noch mit sich selbst beschäftigt, Nachteil: muss vorher extra einstudiert werden)
Alternative Sportarten in der Vorbereitungsphase oder nach der Saison:
- Leichtathletik (Speerwerfen, Hochsprung, Weitsprung)
- Judo (Bodenkontakt, Fallen)
- Gymnastik / Aerobic (Step)
Alternative Übungen in der Halle:
- Treppen rauf / runterhüpfen (zu den Umkleiden oder zur Tribüne) für Sprungkraft
- Auf unterschiedlichen Untergründen spielen / abwehren (Weichbodenmatte, normale Matte) für Kraft + Koordination
- Stationstraining für Sprungkraft/Schnellkraft (Blocksprung gegen die Wand, Sprints usw.)
Jeder Trainer / Betreuer sollte immer einen erste Hilfe Koffer dabei haben (Kühle-Binde, Kühl-Pack, Verband, Pflaster, Tape)



Na optimal. Das heißt Du hast jetzt echt Ahnung vom Volleyball trainieren. Zieh’n wir morgen gleich mal alles durch, was?
Na kloar. Morgen gibt es das volle Programm! Ich hab auch mal gefragt was man mit einer Mannschaft macht die alles kann, außer Annehmen. Da hat der Trainer gemeint: “Das gibt es nicht!”. Hm… irgendwas machen wir wohl doch falsch.
Hey Mann, wie kriegt man denn das Foto da rein?
Übrigens denke ich, dass der Trainer wohl recht hatte. Es liegt nämlich gar nicht an der Annahme, sondern daran, dass unsere Zuspieler entweder zu klein sind oder einfach grundsätzlich nur immer am falschen Platz stehen. Und es würde auch nicht schaden wenn sie endlich mal lernen würden, einen Ball auch dreißig Zentimeter über dem Boden noch sauber zu stellen ;-)
Ok, dann gibts morgen eben Steller Training! :-)
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Krasse Option. Tja, man lernt nie aus. Übrigens ist von unseren Stellern morgen keiner da ;-)
Hi Tobi, echt Klasse Zusammenfassung. Soviel konnte ich mir von unseren Lehrgängen nicht merken – da ist mitschreiben wohl doch besser ;-)
Ach ja, von den alternativen Sportarten gäbs seitens Ju-Jutsu vielleicht doch ein paar Sachen mehr als nur die Fallschule die auch für Volleyballer interessant sein könnten. Mir würden da jetzt spontan noch so Themen einfallen wie Koordination, Kraft-/Energie- fluss/steuerung, Schnell- und Reaktionskraft. cija.
Hi Tobi!
Coole Übungen, v. a. für Koordination und Umstellungsfähigkeit! Hätte da auch ein paar Übungen zum ergänzen. Sind zwar schon von 2001, aber immer noch brandaktuell, weil viele Übungen auch bei euch gezeigt wurden.
Bis Freitag!!
Grüße auch an Franzi!
Ulla
Tobi, du solltest dir vor allem den letzten Satz zu Herzen nehmen! ;-) Konnten ja gestern nicht mal Ulla´s Daumen verarzten…
Stimmt! Asche über mein Haupt. Der Koffer stand noch bei mir zu Hause. Hätte ihn nur mitnehmen müssen… :-)