Tag 2 – Liberty Island

05.00Uhr (gefühlt)
*augenaufmach* Scheiße, dass mit dem Klimaanlagen Sleep hat nicht funktioniert! Die läuft ja immer noch mit einer anständigen Lautstärke auf vollen Touren. Aber ich will jetzt nicht aufstehen, das schaltet schon wer anders aus, wenn’s stört… *noch mal umdreh*

05.30Uhr
*raschel raschel* Ahh, der Franzi wird’s zu doof. Sie steht auf und schaltet Klima und Ventilator aus. Geht doch! :-)

06.00Uhr
Der Klems geht Duschen. Ich höre jeden einzelnen Tropfen fantastisch durch diese amerikanischen Leichtbauwände (baut doch mal mit Steinen, zefix!!!).

Um 7.30Uhr hab ich mich dann auch mal aus dem Bett geschält, denn das Frühstück ist um 8.00Uhr angesetzt. Genanntes Breakfast hat mich fast umgehauen. Rühreier, Bagels, Muffins, Kaffee, Saft, Milch, Marmelade, Peanut Butter und und und… Das bekommt man in den meisten 3Sterne Klitschen nicht. Leider war etwas wenig Zeit, denn um 9.00Uhr mussten wir schon wieder die Fähre zur Lady Liberty erwischen. Also schnell ein paar Kalorien runterschaufeln, rein in unseren Mietwagen aus Vermont und runter zum Liberty State Park.

Dort angekommen mussten wir mal wieder durch eine Sicherheitskontrolle, bei der Klems sein Taschenmesser abgeben musste, – Moment mal, hatte er das nicht die ganze Zeit im Rucksack? Und dieser Rucksack war doch auch durch die Checks in München und London gekommen!? Soviel zum Thema Sicherheit! – um auf die Fähre zu kommen. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf Ellis Island (auf der das alte Immigrationsgebäude steht) legt unser DonauHudsondampfer bei Liberty Island an.

Die alte Dame hat uns beim Vorbeifahren schon mit erleuchteter Fackel begrüßt. Runter vom Schiff und rauf auf die Insel, denn auf der Nord Seite erwartet uns der erste richtige Blick auf die Skyline von Manhattan. Und es stimmt, man erkennt mit bloßem Auge das in der Ansicht etwas fehlt. Zwischen einigen der Skyscrapers klafft eine beträchtliche Lücke, die einst vom WTC gefüllt wurde. Lady Liberty selbst ist, wenn man den Sockel abzieht, gar nicht so hoch, aber trotzdem ziemlich beeindruckend. Nach einer Runde um die Statue fragen wir uns wie wir da rauf kommen? Da steht ne ziemlich lange Schlange die hoffentlich NICHT rauf wollen. Nach kurzer Nachfrage bei einem Park Officer stellt sich heraus, die wollen doch alle rauf und „please notice that the end of the line has to wait about 1.5hours“. Na Klasse! Das können wir uns doch sparen und die Zeit besser verbringen, oder?! Anscheinend nicht! Ich wurde von 3Personen überstimmt, „democracy sucks“!

Wir stellen uns also hinter ein paar Inder in die Menschenmassen und warten… 15min … warten … 30min … warten … oh, jetzt passiert was! Wir dürfen in das Zelt um… guess what?! Right! Another Security Check… aber diesmal XXL mit Sprengstoff „Abblasvorrichtung“. Aber der Officer im Zelt vor der Sicherheitskontrolle war auch cool. Nur zur Erinnerung: wir standen schon mindestens 30min in der Schlange. „Ladys and Gentlemen. Welcome to Liberty Island. No drinks and foods are allowed inside of the statue. So, if you have any with you, drink and eat as much as you can before entering the security check and leave it here.“ Schön wäre auch gewesen: „No books allowed, read as much as you can…“ :-) Leider ging es nach dem Check nur 156 Stufen (ich hab da mal nachgezählt) weit nach oben auf die Oberseite des Sockels. Die Statue an sich ist seit dem 9/11 aus Sicherheitsgründen gesperrt weil sie nur eine Wendeltreppe hat. Aktuelle Bestimmungen schreiben vor mindestens 2 Treppen zu haben, eine für Rauf und eine für Runter. Komisch, wir haben die das nur vor 9/11 gemacht…?!

Nach ein paar Fotos und etwas Geld ausgeben im “Souveniers Shop” geht es mit der Fähre zurück nach Jersey City, um anschließend mit der U-Bahn noch nach Downtown Manhattan zu fahren. Hier hat uns Lonnie (der Besitzer des Bed&Breakfasts) sogar angeboten uns zur Haltestelle zu fahren. Großartiger Kerl! Drei Stationen weiter steigen wir auch schon an der Haltestelle World Trade Centers aus und finden uns nach kurzen Fußmarsch am Broadway wieder. Der erste Eindruck ist: „WOW, das ist hier alles scheiß hoch!“. Wir haken den obligatorischen Burgerbesuch und den Starbucks Kaffee ab und machten uns auf nach Downtown.

Battery Park ist voller Fidschis, aber es weht eine kühle Brise vom Atlantik. New York Stock Exchange wäre unter der Woche wahrscheinlich interessanter, aber sieht durch die riesige Fahne und den alten Baustil trotzdem cool aus und Ground Zero ist einfach eine riesige Baustelle. Wenn man sich an den Bauzaun stellt und seinen Hals 90Grad nach oben verrenkt sieht man direkt am Hilton entlang in den Himmel. Da das World Trade Center zweimal so hoch war, kann man sich in etwa vorstellen welche Gewalt dieser Einsturz hatte. Aber nun genug der Sentimentalität und ab zur ältesten Brücke in NYC, der Brooklyn Bridge. Leichter gesagt als getan. Where the hell is the entrance? Bei so einem Monument könnte man doch eine Beschilderung erwarten. Rechts, links, hier über die Straße, „no turn on left“, „enter here“ und schon sind wir voll drauf.

Mit ihren großen massiven Backsteinstelzen und den scheinbar wahllos verworrenen Stahlseilen zählt sie definitiv zu einer der schöneren und sehenswerteren Brücken die ich kenne (nicht zu vergleichen mit den kühlen Design modernen Brücken! Klingt nach einem der sich auskennt oder? ;-) ). Irgendwie spürt man auf dem hölzernen Weg über der Fahrspur für Autos, dass man über etwas Historisches wandert. Ganz rüber nach Brooklyn haben wir es nicht geschafft denn die beiden Geschöpfe Gottes in unserer Begleitung hatten schon beim ersten Pfeiler keine Lust mehr weiter zu gehen. „Ok, Kompromiss, wir gehen bis zur Hälfte!?“. Nach der Einverständniserklärung setzten wir den Spaziergang fort. „Hey, da ist eine Bank. Da könnt ihr euch schnell hinsetzen dann braucht ihr nicht den ganzen Weg mitgehen!“. „Nein!“. „?!?!“. –> WeiberFrauen!

Zum Abschluss sind wir noch zu UNO (also die Restaurant Kette und nicht die Vereinten Nationen). „Hi, my name is Umi. I’m your waitress for today.“. Cool, das könnten die Kellner doch bei uns auch machen!


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